Ist „Neue Musik“ alt?

Über diese nette Streitschrift gestolpert von Volkmar Klien zum Thema „Neue Musik“ und ihr Verharren in ihrer ritualisierten institutionalisierten Form, die ihm eher erstarrt denn noch länger revolutionär erscheint:

(DirektLink zum Dokument auf der Seite des Autors)
Neue Musik und die Verteidigung des Abendlandes

Angenehm zu lesen, gerade die Erwähnung der Existenz anderer zeitgenössischer Musik, die nicht ins selbst definierte Raster fällt, erfreut.

Zitat:
„Denn an Neuer Musik nehmen nur mehr ExpertInnen teil, sei es in Form von spezialisierten InstrumentalistInnen, akademischen KomponistInnen, spezialisierten Journalistinnen oder Jury-Mitgliedern. Da es praktisch keine unabhängigen Geldmittel im System gibt, gibt es auch keinen Weg um diese etablierten ExpertInnen herum. All dies führt, trotz strengstem Rhythmusverbot, zu repetitiven Strukturen, und zwar in Finanzierung und Ausbildung. Allein die Vorstellung, ein junger Technoproduzent Ende der 1980er Jahre hätte bei Mick Jagger, BB King oder Udo Jürgens vorstellig werden müssen, um zu fragen, ob seine Nummern in Ordnung und spielbar wären, zeigt (trotz aller Unterschiede in den Kontexten), wie bizarr sich diese Strukturen auf die (kunst-)musikalische Realität auswirken müssen. “

Kritisiert wird auch, dass die Kompositionstechnik immer noch auf die Partitur als Publikationsform ausgerichtet ist und das Instrumentarium des Orchesters verpflichtend. Die Musik abseits dieses Segments ist da digitalerweise längst weiter und wird ignoriert.

Danke an Kulturtechno für den Hinweis: http://www.kulturtechno.de/?p=8520

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